Das ASRock B75 Pro3-M als Basis für Um- und Aufrüster mit kleinem Budget

Die Überschrift genügt keinem literarischen Anspruch und im Grunde genommen ist bereits alles gesagt, doch will Yogi Eddi es trotzdem wagen! Dienen soll dieser Artikel vor allem einer speziellen Person aus meinem Umfeld, welche sich jedoch namentlich nicht im Internet wiederfinden möchte. Deswegen sind alle nachfolgenden Ähnlichkeiten mit real lebenden Menschen unbeabsichtigt und rein zufälliger Natur! 🙂

Nicht jede alte Hardware taugt zur Nostalgie

‘Eine Person’ also hat im Rahmen der Entschlackung eines gut zehn Jahre alten PCs und für ein Haushaltsmitglied reichlich Zeit und Nerven investiert, um die Möhre fit genug für ein Linux Mint zu machen. Obgleich es sich um einen simplen PC für Alltagsdinge handelt, werkelte dort zuvor (und ohne Notwendigkeit) tatsächlich eine Win…. Server 2003 Installation. Auch sonst glänzte der zu langsam gewordene Rechner mit weiteren Sünden, vom Mix aus IDE und SATA Festplatten bis hin zu dahingepfuschten SATA-Kupplungen aus der Heißklebepistole.

Unser Computerfreund ist durchaus versiert und bastelfreudig. Kein verstaubter Lüfter und kein Festplattenmotorlagerschaden entgeht seinem erfahrenen Hardware-Ohr. Doch trotz alledem sind auch ein paar Sockelgenerationen an ihm vorbeigezogen. Mit GPT, SSD und UEFI ist er noch nicht wirklich in Kontakt gekommen und so schlug ich jener Person vor, anstelle zukünftiger Basteleien mit obsoleter Hardware doch mal eine modernere Hauptplatine als Basis für einen einfachen Heimrechner zu erwägen. Neben den genannten Errungenschaften der jüngeren PC-Historie würden zusätzlich modernes Prozessordesign, Mehrkern-Architektur und schnellere Speichertakte beglücken. Der Bitte, mal ein konkretes Mainboard zu nennen, will wir hiermit gerne nachkommen (es ertönen die Fanfaren): Das gegenwärtig knapp 60 EUR kostende ASRock B75 Pro3-M im Micro-ATX Format kenne ich als problemloses Stück Technik.

Warum LGA1155 und nicht gleich LGA1150?

Steht ein geringes Budget zur Verfügung, sind gebrauchte Intel Prozessoren aus dem Bekanntenkreis oder vom Online-Auktionshaus eine Überlegung wert. Da Intels Ivy-Bridge Architektur gut anderthalb Jahre länger auf dem Markt ist als Haswell mitsamt seinem LGA1150 Sockel und der entsprechenden Verbreitung im Gebrauchtmarkt, will wir im zugrundeliegenden Kontext beim LGA1155 Sockel bleiben. Hinzu kommt noch, dass für einen Zuhausecompi die Unterschiede zwischen Ivy-Bridge und Haswell marginal sind. Geschwindigkeitsunterschiede sind bei vergleichbaren Prozessoren beider Generationen bestimmt mess-, aber nicht spürbar. Klar, die integrierte HD 4800 Grafikeinheit einer Haswell CPU ist etwa 20% schneller als die HD 4000 des Ivy-Bridge Vorgängers, doch was macht’s auf einem PC mit Browserspielen? Und sollte irgendwann doch einmal der Wunsch nach Arma 3 aufkommen, so steckt man die Grafikkarte knapp unterhalb der persönlichen finanziellen Schmerzgrenze auf den PCIe-Slot und gut is …

Ein Bauvorschlag rund ums ASRock B75 Pro3-M

Der Artikel zeigt den Zusammenbau eines günstiges Computerchens mit besagtem ASRock Board und niedrigpreisigen anderen Komponenten, auf welchem neben M$ Wind… auch Ubuntu, Mint und PC-BSD ganz wunderbar zu laufen imstande sind. Der Celeron G540 beinhaltet eine fürs normale Arbeiten völlig ausreichende Grafikeinheit, welche ihr Signal an VGA/DVI/HDMI des Mainboards zur Verfügung stellt. Das Board selbst hat 8 SATA-Buchsen, drei davon nach SATA3-Standard. ZFS lässt grüßen.

Mainboard: ASRock B75 Pro3-M
CPU: Intel Celeron G540 Box inklusive CPU-Lüfter
RAM: G.Skill 8 GB DDR3-1600 Kit F3-1600C9D-8GAB
Festplatte: Western Digital WD5000AAKX Blue 500GB, Serial ATA 6.0 Gbit/s, 7200rpm
Netzteil: Silverstone ST40F-ES, 400 Watt
Gehäuse: Cooler Master Elite 342

Die 8 GB RAM kosten mehr als 4 GB und hier ließe sich also Geld sparen, schon klar, aber jedes unixoide Betriebssystem lebt vom Arbeitsspeicher. RAM ist hier wie Hubraum. Das Gehäuse Elite 342 ist ein Blechteil, aber erfahrungsgemäß eines der ‘Ehrlichen’ und ohne große Ungenauigkeiten. Ist die Kohle nicht zu knapp, MUSS es unbedingt eine SSD sein. Zumindest als Heimstätte fürs Betriebssystem und für die wichtigsten Applikationen. Ich bleibe dabei: die SSD ist die wichtigste Errungenschaft der PC-Neuzeit! Hier ist die Samsung 840 EVO Basic mit ihren 120GB sichelrich ein aktueller Favorit im günstigen Segment.

Wie schon gesagt, dürfte die mir persönlich bekannte Alt-PC-geschädigte Person mit dem ASRock als Basis glücklich werden. Je nach Einsatzzweck und je später zur Verfügung stehendem Etat lassen sich hier der Arbeitsspeicher auf 16 oder 32 GB erhöhen, große SSDs, Festplatten oder Hybriden hinzunehmen und der Celeron kann einem Core i5 oder Core i7 weichen. Übrigens gibt es auf eBay immer wieder preislich interessante gebrauchte Ivy-Bridge Chips von Haswell-Umsteigern. Auf dem Foto mit der Rückseite des PC ist das Slotblech der passiven PCI-E Grafikkarte XFX HD6450 zu erkennen, mit welcher man für unter 40 EUR schon deutlich mehr Grafikperformance haben kann. Wenn sowas rumliegt, dann rein damit …

Der Moment der Ankunft in der Moderne

Das Thema UEFI sehe ich nicht unkritisch, doch ist es ein erhabener Moment, wenn man soeben die Hardware zusammengesteckt hat, hinten das Ethernet-Kabel ins B75 Pro3-M packt steckt und Sekunden darauf das BIOS sein eigenes BIOS Update aus dem Netz durchführt. Einfach so.

Wer ‘früher mal’ mit FreeDOS seine 3,5″ Disketten mitsamt irgendwelcher BIOS Flashtools bootfähig gemacht hat, um dann nach einem Neustart mit Angst vor Tippfehlern und dem in der Konsequenz unweigerlichen Tod des Mainboards bzw. des BIOS EPROM seine biosxyz.exe -f -c -d -1024 -xy -irgendwas Zeile getippt hat, derjenige wird in diesem UEFI-Glücksmoment mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einfach nur trottelig grinsen … 🙂

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