10.000 rpm fürs Server-OS und für Datenbanken mittels der VelociRaptor

Welche SSD für den Heimserver nehmen? Weil diese Frage immer wieder gestellt wird, will mit diesem kleinen Artikel eine Idee loswerden. Allerdings wird es keine SSD sein. Also los: Die Wahl standhafter Massenspeicher für den Heimserver bleibt ein Dauerthema. Abhängig von der individuellen Gestaltung des Persönlichen Servers, fällt der Investitionsaufwand doch sehr unterschiedlich aus. In der Heimserver-Musterkonfiguration stimme ich fröhlichen Herzens gerne für die Kombination aus dem von mir vorgestellten Supermicro X9SCI-LN4F, dem Intel XEON E3-1230v2 und der auch von mir an anderer Stelle im Blog zur LSI 9211-8i geflashten IBM ServeRAID M1015. Auf dem besagten Supermicro Board ergeben sich dergestalt 6 SATA-Ports und zusätzlich 8 SATA Ports durch den geflashten IBM M1015 Controller. Damit geht eine Menge. Gleich, ob man seinen Server mit einem OS als eierlegende Wollmilchsau aufsetzt oder als Basis für Virtuelle Maschinen z.B. mit dem Proxmox VE nutzt.

Der Heimserver ist keine Enterprise-Kiste

Im Gegensatz zum Unternehmensumfeld wird man im häuslichen Server gewisse Lastszenarien nicht fürchten müssen. Beispielsweise, dass gut 5444 Nutzer gleichzeitig und permanent auf den Storage Server zugreifen. Folglich braucht es keine Sorge um etwaige Limitierungen durch das Netz oder und andersrum müssen genauso wenig massenweise teure 15.000 rpm SAS-Festplatten angeschafft werden. Die in großen Unternehmen gern genommenen und brandteuren Enterprise Multi-Level Cell SSDs, gern im Terabyte-Bereich, bleiben erst recht außen vor.

Das Storage-Konzept im Heimserver besteht aus meiner Sicht im Wesentlichen aus ZFS und großen, günstigen Festplatten mit einer Freigabe für den Dauerbetrieb (24/7) und mindestens 7200 rpm. SSDs allerdings sollte man im Heimserver – gegenwärtig – nicht verbauen, wenngleich mancher hier SSDs als cache drive für ZFS nutzt. Die günstigen Consumer SSDs sind ein Traum für Desktopsysteme und Notebooks, da besteht kein Zweifel. Bezüglich des Einsatzes im Server denken ich allerdings an die Tatsache, dass die in diesen SSDs verbauten MLC-Speicherzellen durchschnittlich lediglich 5000 Schreibzyklen verkraften. In diversen Tests sollen auch Consumer-SSDs bereits hunderttausende Schreibzyklen schadlos überstanden haben., doch will man sich darauf verlassen? Beim Heimserver, in welchem aus gutem Grund stets über ECC-RAM und USV sinniert wird? Wohl kaum.

Vieles Schreiben ohne Furcht

Für die schreibintensiven Elemente des Heimservers, wie etwa Datenbankserver und muntere Serverapplikationen, wollen private Serverbastler für überschaubares Geld und auf lange Sicht hinaus einen robusten Betrieb. Diese Betriebssicherheit sehe ich bei günstigen SSDs, wohlgemerkt im Server, aktuell nicht. Hier greife man bittschön nach wie vor zu Festplatten. Auf diesen lassen sich die Speicherstellen theoretisch unbegrenzt oft überschreiben und man muss sich für den Nutzungszeitraum der Festplatten von etwas 5 Jahren keine Sorgen um die Menge der Schreibzyklen machen.

Von Raptoren und VelociRaptoren

Meine Empfehlung für schnelle System- und Datenbankfestplatten im Heimserver sind die Modelle der VelociRaptor Baureihe von Western Digital. Schon bei der Einführung der Vorgängerplatte ‚Raptor‘ im Jahr 2003, und auch da bereits mit 10.000 Umdrehungen, hat man als Heimanwender neidvoll die Testartikel gelesen. Im Jahr 2008 ließ Western Digital die VelociRaptor Baureihe folgen und die Biester wurden seitdem günstiger und leistbarer.

Die kleinste VelociRaptor ist die Beste

Ausgerechnet das kleinste Modell, die WD VelociRaptor WD2500HHTZ mit 250 GB und 64 MB Cache gerät leicht zum Liebling. Die kleine (SATA 6 Gb/s) 2,5″ Platte im 3,5″ IcePack-Montagerahmen ist mit knapp 90 EUR für die gebotene Leistung als günstig zu bezeichnen. Schließlich braucht man für den Heimserver und der Ausfallsicherheit wenigstens (!) zwei gleiche Exemplare. Western Digital gewährt 5 Jahre Garantie. Dank des schweren und genau passenden Metallrahmens bleibt die kleine Festplatte mit ihren 10.000 Umdrehungen pro Minute angenehm kühl. Trotzdem empfehlen ich, die Platte im Luftstrom zu montieren oder gleich in ein Storage Kit wie das Chenbro SK33502 zu stecken. Übrigens betont Western Digital ausdrücklich die Eignung für den Einsatz auf Backplanes. 

Leise ist die schnelldrehende Platte natürlich nicht. Die wollt ihr nicht im Arbeitsraum haben! Geschweige denn mehrere davon! Aber ich rede hier schließlich vom Heimserver und der gehört sonstwohin, keinesfalls jedoch in einen Wohnraum. Deswegen braucht man sich beim Heimserver nicht um die Reduzierung der Lautstärke bemühen. Hier dürfen Festplatten noch Kreissägen sein, Lüfter dürfen alles geben und sogar die Unterbrechungsfreie Stromversorgung darf nach Herzenslust fiepen.

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